Menschlichkeit

Menschlichkeit

Die aktuellen Begebenheiten in Europa sind Anlass genug, um die in uns alle wohnende Menschlichkeit hervorzuheben. Hierum handelt der nachfolgende Blogbeitrag.

Der Spiegel der gewählten Worte und des eigenen Handelns

Wenn wir die Geographie bemühen, um Orte zu benennen und einzuordnen, kann dies von hohem Nutzen sein. Auch dient es der simplen Verständigung und beruht auf einer sachlichen Beschreibungsebene. Sobald wir allerdings eine Seite pauschal als fremd und entfernt darstellen, ist es nicht weit, Misstrauen zu säen und Ressentiments zu schüren. In der Sprache sind diese Differenzierungen zunächst identifizierbar, bis sie schließlich in Handlungen sichtbar übergehen. Daher sind unsere gewählten Worte von besonderer Bedeutung. Wir selbst möchten Werte wie die der Nächstenliebe, der Güte und Toleranz erfahren. Demnach ist es geboten so glaubwürdig wie nur möglich seinen Worten Nachdruck zu verleihen. Andernfalls entstehen Risse des Vertrauens auf der Seite des Gegenübers.

Ein konkretes Beispiel der Gegenwart

Was mag die russische Bevölkerung gedacht haben, wenn sie von den Friedensmärschen, etwa in Berlin mit über 100.000 Teilnehmern, gehört haben? Wahrscheinlich Gutes. Der Aufruf zum Frieden wirkt schließlich deeskalierend. Ein anderes Bild könnte sich allerdings final ergeben haben, weil zeitgleich der derzeitige Bundeskanzler im Reichstag die Aufrüstung des Militärs verkündete. Spiegeln die Worte der Demonstration nun die Handlungen der Politik wider? Es steht auf einem anderen Blatt Papier, ob die Bundeswehr über Jahrzehnte vernachlässigt wurde. Dreh-und Angelpunkt darf die strategische Ausrichtung des Westens sein: Diplomatie oder Militarisierung? Letztere als Instrument der Friedenserhaltung zu bezeichnen kann teils als eine kühne Behauptung aufgegriffen werden. Das Recht und die Fähigkeit, sich verteidigen zu können, steht dabei außer Frage. Allein der Artikel 5 des Nordatlantikvertrags, der den Bündnisfall aller NATO-Mitglieder beleuchtet, sollte Sicherheit genug sein mit den bis vor kurzem noch geläufigen Abrüstungsbemühungen auf allen Seiten fortzufahren. Der Kanzler jedoch bewies eine 180-Grad-Umkehr der deutschen Verteidigungspolitik. So kann aus einem Brandherd der Ukraine auch auf Dauer ein Flächenbrand der Beziehungen des Kremls und Berlins entstehen. Wo zeigt sich die Menschlichkeit bei all diesen Handlungen? Wollen wir ernsthaft unseren Beitrag dazu leisten, einen erneuten Eisernen Vorhang zu ziehen?

Der innere Wertekompass der Menschlichkeit

Ausschlaggebend für unser Handeln, insbesondere in schicksalhaften Situationen, ist unser innerer Wertekompass. Ihn zu ergründen und zu hinterfragen bedarf der konstanten Reflexion. Notleidenden zu helfen dürfte einer dieser Werte sein. Im Rahmen der Menschlichkeit sollte dabei im besten Fall allerdings auch die Vogelperspektive und die Konsequenz unseres Handelns, aus dem Blickwinkel aller Akteure, einmal genauer betrachtet worden sein. Am Beispiel der Ukraine-Krise zeigt sich, dass es zwei Optionen gegeben hat als europäische Partner Unterstützung zu leisten: Mit ausschließlichen Hilfsgütern oder ebenso mit Waffenlieferungen. Letztere befeuern zweifelsohne den Krieg und verlängern und intensivieren Gräueltaten. Der grüne Tisch der Verhandlungen rückt in weitere Ferne. Jeder von uns darf sich selbst die Frage stellen, inwieweit die aktuelle Politik der eigenen Geisteshaltung entspricht.

Abseits dieser aktuellen weltpolitischen Fragen dürfte der Einsatz humanitären Handelns für jeden Einzelnen eine besondere Bedeutung haben. In meiner aktuellen Lektüre, Das Buch der Menschlichkeit, verfasst vom Dalai Lama, wird die große Wirkung unserer Geisteshaltung erläutert. Auf den Punkt gebracht sind laut ihm Menschen bestrebt, glücklich zu sein und Leid zu mildern. Der Dalai Lama konstatiert, dass unser Handeln immer auch eine Auswirkung auf unser Umfeld und unsere Mitmenschen hat. Menschen sollten demnach angehalten sein auch ihrem Gegenüber die Rahmenbedingungen eines glücklichen und erfüllenden Lebens zu bieten, da es unweigerlich zum eigenen Leben in Beziehung steht. Mit dieser Erkenntnis zeigt sich, welche Bedeutung der innere Wertekompass hat. Ist dieser intakt, so schaffen wir die beste Grundlage ein erfülltes Leben zu führen im Beisein anderer. Und dies, ohne Gruppen auszuschließen oder zu diffamieren.

Die eigene Rhetorik

Ableitend von den obigen Ausführungen lässt sich sagen, dass unsere Wortwahl im privaten wie auch im beruflichen Kontext sorgsam zu verwenden ist. Reibungslos, gar fehlerlos, wird dies schwer gelingen. Durch achtsames Zuhören und Reflektieren des Gesagten erhöhen wir die Erfolgswahrscheinlichkeit. Das Verständnis für die Gegenseite zu erbringen und bei Unklarheiten aktiv nachzufragen, erfordert mitunter Mut und auch Engagement. Doch dürfen wir uns nicht gerade dies von unserem Gesprächspartner wünschen? Gehen wir mit positiven Beispiel voran. Ergründen wir bewusst die Motive und Interessen des Gegenübers. Die Handlungen Dritter nachzuvollziehen wird uns dann auch leichter fallen. Rhetorik ist auch immer ein Spiel mit Worten. Die Menschlichkeit sollte dabei allerdings nie zu kurz kommen. Schließlich folgt auf ein Wort, das Gegenwort.

Der Rhetorik ist folglich viel bei zu bemessen. Unsere Artikulation verhilft uns Standpunkte deutlich werden zu lassen und im besten Fall auch einander zu verstehen. Gerade das gegenseitige Verständnis können wir uns in dieser politisch angespannten Zeit nur deutlich mehr wünschen. Betroffen sind wir schließlich alle. Mit Schubladendenken, Kategorisierungen und Schwarz-Weiß-Denken ist keinem geholfen. Sehr wohl jedoch mit Worten der Menschlichkeit.

Constantin Decker

Inhaber von CDC

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