Moot Court

Moot Courts

Der nachfolgende Blogbeitrag betrifft die faszinierende Welt der Moot Courts. Hierbei zeigt uns unser Legal Counsel, Moemen Elroumy aus Wien, die verschiedenen Facetten dieser juristischen Wettbewerbsform auf. Viel Vergnügen beim Lesen!

Worum es in einem Mourt Court geht

Ein Mootcourt ist grundsätzlich eine fiktive Gerichtsverhandlung bei denen Kläger und Angeklagter (eng. Respondents and Claimants) gegenüber stehen und vor einem fiktiven Gericht verhandeln. Das Gericht besteht grundsätzlich aus Experten oder sogar Richtern im jeweiligen Rechtsgebiet. So gibt es beispielsweise unzählige Mootcourts zu bestimmten Rechtsgebieten. Internationale Mootcourts haben einen internationalen Bezug, welches ermöglicht, dass Teilnehmer aus der ganzen Welt teilnehmen. Es gibt jedoch auch inländische Mootcourts die nur auf inländisches Recht beruhen, wie z. B. das „Österreichische Arbeitsrechtmootcourt“.

Frankfurt Investment Moot Court

Dieses Jahr hatte ich die Freude mit dem Uni-Wien Team bei dem diesjährigen Frankfurt Investment Moot Court teilzunehmen.

Der Frankfurt Investment Arbitration Moot Court oder „Frankfurt Moot“ ist ein Moot-Wettbewerb, der gemeinsam vom Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte und Morgan, Lewis & Bockius LLP veranstaltet wird. Er ist der älteste studentische Wettbewerb im Bereich der Investitionsschiedsgerichtsbarkeit, wobei die erste Auflage des Moots im Jahr 2008 stattfand. Als der angesehenste Moot in seinem Bereich gilt er als einer der Grand Slam oder Major Moots. Wie andere Arbitration Moots werden auch Pre-Moots von Institutionen wie der International Chamber of Commerce und dem European Court of Arbitration durchgeführt. Als „Richter“ wirken international angesehene Juristen im Bereich der Schiedsgerichtbarkeit.

Als Vorbereitung auf den Moot Court, veranstalten Großkanzleien oder Universitäten für die Teilnehmenden Teams – Probe-Moot Courts als Vorbereitung auf den Moot Court. So hat dieses Jahr Milan und Moskau jeweils einen solchen freiwilligen Moot Court veranstaltet. Wegen der COVID-Situation erfolgten alle Pleadings online stattfinden.

Der Ablauf eines Moot Courts

Die Universitäten nominieren zunächst jeweils ein Team, das die Uni auf dem Moot Court repräsentiert. Monate bereits vor dem eigentlichen Moot Court stellt das Organisationsteam des Moot Courts auf ihrer Homepage den zu behandelnden Fall (Case-Study) und die dazu notwendigen oder nützlichen Unterlagen zur Verfügung. Da dies ein internationaler Moot Court ist, ist Englisch die Moot-Sprache.

Kurz bevor dem Beginn des Moot Courts hat jedes Team dem Organisationsteam eine schriftliche Kurzfassung der Argumente vorzulegen, die sogenannten „Skeleton-Arguments“.

Wie bereits erwähnt finden im Vorfeld die freiwilligen Premoots statt, die als gute Vorbereitung auf den Moot Court dienen.

Der heurige Moot Court selbst findet innerhalb von 11 Tagen statt. Die Teams sind jeweils in bestimmte Gruppen geteilt und nur die Gruppenbesten dürfen anschließend gegeneinander antreten, bis schließlich ein Finale abgehalten wird.

Die Teilnehmer werden von dem „Arbitrator“, Schiedsrichter (Juristen der Schiedsgerichtsbarkeit), nach verschiedenen Kriterien beurteilt. Beurteilungskriterien sind allgemeines Auftreten, Interaktionen mit den Arbitrators, Allgemeinwissen in Völkerrecht und Struktur der Präsentation.

Investitionsschiedsgerichtsbarkeit

Das Frankfurt-Moot Court behandelt das Rechtsgebiet der Investitions-Schiedsgerichtsbarkeit. Grundsätzlich ist ein Schiedsverfahren, eine Form der alternativen Streitbeilegung und so eine Möglichkeit, Streitigkeiten außerhalb der Gerichte zu lösen. Der Streit wird von einer oder mehreren Personen (den „Schiedsrichtern“, „Schiedsrichtern“ oder „Schiedsgericht“) entschieden, die den „Schiedsspruch“ erlassen. Ein Schiedsspruch ist für beide Seiten rechtlich bindend und vor den Gerichten vollstreckbar.

Investitionsschiedsgerichtsbarkeit ist die Schlichtung von Investitionsstreitigkeiten zwischen ausländischen Investoren und dem Gaststaat, die entweder im Rahmen eines bilateralen Investitionsabkommens (BIT) zwischen dem Gaststaat und dem Staat des Investors oder eines multilateralen Abkommens, wie z. B. der NAFTA oder dem Energiechartavertrag, stattfindet.

In unserem Fall behandelt der diesjährige Moot Court einen historischen Fall aus dem 19. Jahrhundert zwischen einem Bergbauunternehmen und Preußen, Belgien und den Niederlanden. Der Rechtsstreit dreht sich um Abgaben, die das Bergbauunernehmen – Vielle Montagne – aufgefordert war zu zahlen, obwohl diese Abgaben eigentlich wegen eines Gesetzes abgeschafft worden sind.

Die Teilnehmer des Moot Courts müssen jeweils die Seite der Kläger bzw. Angeklagte vor einem fiktiven Schiedsgericht vertreten.

Oral Pleadings – Mündliche Präsentation

Die Herausforderung des Moot Courts ist im Rahmen dieser Präsentationen den Klienten wirksam zu vertreten und das Schiedsgericht zu überzeugen. Es ist jedoch für gewöhnlich der Fall, dass abhängig von der zu vertretenden Seite, auf der einen Seite die Gesetze und auf der anderen Seite die Fakten mehr für einen sprechen. Ein gut vorbereiteter „Mootie“ (Teilnehmer an einem Moot Court), kann trotz dieser Herausforderungen das Schiedsgericht auch überzeugen, wenn das Gesetz nicht auf der Seite seines Klienten ist. Hilfreich sind dabei plausible Argumenten im Rahmen der Rechtsprechung.

Vorteile durch eine Teilnahme

Abgesehen davon, dass der Moot Court und die Arbeit im Team sehr viel Freude bereiten, entwickelst du als Teilnehmer unzählige Fähigkeiten. Auf der einen Seite vertiefst du dein Wissen enorm in dem jeweiligen Rechtsgebiet und der aktuellen Rechtsprechung, auf der anderen Seite lernst du viele interessante Menschen kennen und verbesserst nebenbei auch deine Rhetorik- sowie Englischkenntnisse.

Wenn ich dein Interesse für den Mootcourt geweckt habe oder du mehr über das Frankfurt Moot Court erfahren willst, lade ich dich sehr herzlich ein dir die Website des Moot Courts anzusehen.

Vor allem freue ich mich, wenn du mit uns in Kontakt trittst.

Dir ein schönes Wochenende und alles Gute aus Wien!

Moemen Elroumy

Legal Counsel bei CDC

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