Worte

Worte richtig wählen

Worte sind Friedensstifter oder Kriegstreiber. In den Zeiten des Krieges in Europa kommt der Wortwahl der jeweiligen Akteure eine besondere Bedeutung zu. Hierüber handelt der nachfolgende Blogbeitrag.

Besonnenheit steht einem gut zu Gesicht

Vielleicht haben Sie die Parlamentsrede vom Oppositionsführer Merz in dieser Woche auch am Rande vernommen. In der Debatte ging es um die Lieferung schwerer Waffen in die Kriegsregion der Ukraine. Laut dem Parteivorsitzenden der CDU sei dies nun dringend geboten. Bemerkenswert, dass eine Partei, die sich auf christliche Werte in ihrem Namen beruft, derartige Forderungen mit am lautesten in Deutschland ausspricht. Auch die breite Medienlandschaft leistet ihren Beitrag und die Gesellschaft wird maßgeblich beeinflusst. Merz verleiht seiner Botschaft Nachdruck, in dem er verbal den aktuellen Kanzler angreift. Dessen Verhalten, bedachte Schritte im Ukraine-Konflikt zu wählen, bezeichnet er mit den Worten: „Das ist Zögern, Zaudern und Ängstlichkeit.“ Unsere Kommunikation, die Wortwahl, sagt viel über uns aus. Ist der laute Ruf nach Waffenlieferungen ein Zeichen der Tatkraft, der Entschlossenheit und des Mutes? Und welche Konsequenzen trägt eine solche Entscheidung mit sich? Kommunikative Besonnenheit würde in dieser Debatte jedem gut zu Gesicht stehen.

Die Musik bestellen, doch selbst nicht tanzen

In der Opposition lässt sich gern der Finger heben und auf Akteure, die in der Verantwortung stehen, zeigen. Noch leichter fällt es Merz offenbar für Waffenlieferungen zu plädieren und markige Worte zu verwenden. Er wirkt dabei entschlossen und entscheidungsfreudig. Handelt er jedoch besonnen? Deeskalierend sind seine Vorhaben und seine Kommunikation derzeit jedenfalls nicht. Merz setzt auf Konfrontation. Verbal rüstet er auf und die „christliche“ Partei folgt ihm. Welche Signale entsendet er der Weltgemeinschaft? Hier ist einer, der nicht zögert. Hier ist einer, der zündelt. Merz will anscheinend die Musik des Krieges bestellen, doch selbst nicht tanzen. Er wird vermeintlich nie im Kriegsgebiet unmittelbarer Akteur sein. Ist er sich seiner Worte und Taten bewusst? Die Frage richtet sich selbstverständlich nun auch an all jene, die hierfür gestimmt haben. 586 Abgeordnete haben diese Entscheidung getroffen, Gepard-Panzer und vieles mehr dem ukrainischen Militär zur Verfügung zu stellen.

Sich seiner Worte bewusst sein

Wieso wägte Scholz in den letzten Wochen genau ab, welche Handlungen Deutschland in diesem Zusammenhang vollzieht? Natürlich aus Verantwortung vor den möglichen Konsequenzen als Kriegspartei in dem Konflikt zwischen der Ukraine und Russland wahrgenommen zu werden. Der Stern beschreibt sein Agieren mit den Worten „Aus Sorge vor einem Dritten Weltkrieg hat der Kanzler lange gezögert.“ Scholz sorgt sich nicht alleine.

Worte des Friedens

Mittlerweile haben am Freitag, den 29. April 2022, 28 bekannte Persönlichkeiten der deutschen Gesellschaft und mit ihnen bereits rund 200.000 Menschen die Petition unterzeichnet, „weder direkt noch indirekt, weitere schwere Waffen an die Ukraine zu liefern.“ Der offene Brief ist ein Beleg dafür, wie wichtig es ist sich seiner Worte bewusst zu sein und eben auch seinen Handlungen. Die eskalierende Haltung der CDU und der weiteren Befürworter in den Reihen der Regierung bereitet vielen Menschen im eigenen Land Sorge. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die SPD, Grüne und FDP ohne eine einzige Gegenstimme votierten. Die CDU tat es der Regierung gleich, nur ein Abweichler zeigte eine andere Haltung. Die AfD hingegen spricht von einer „Beitrittserklärung zu einem Krieg“ und die Linke von einem „Kommunikationsdesaster“ im Parlament, da Scholz noch wenige Tage zuvor die Lieferung schwerer Waffen ablehnte. Die oft verschriene Linke und AfD bildeten folglich in dieser besonderen Konstellation den gemeinsamen Gegenpol.

Worte und ihre Repräsentation

In solch kritischen Fragestellungen steht die repräsentative Demokratie ernsthaft auf der Beweisprobe. Repräsentieren diese 586 Abgeordnete wirklich das überwiegende Meinungsbild unserer Bevölkerung? Die Petition zeigt jedenfalls eine klare Gegentendenz auf. Auch ich habe diesen offenen Brief unterzeichnet. Wie sieht es mit Ihnen aus, möchten Sie sich auch positionieren?

Worte des Friedens verbinden
Worte des Friedens verbinden

Ganz gleich auf welcher Seite Sie stehen, wichtig ist es respektvoll und verständnisvoll mit seinem Gegenüber umzugehen. Auch ist es entscheidend Verantwortung für seine Wortwahl und für sein Handeln zu übernehmen. Die Risiken des Aufrüstens, die die deutsche Bevölkerung und die restliche Europäische Union nun zunehmend aufgrund ihrer aktuellen Abgeordneten zu tragen haben, sind immens. Es gilt also Stellung zu beziehen. Mit Worten und Taten.

Worten einen Sinn verleihen

Wann wurde langfristig Frieden gestiftet, wenn auf Gewalt Gegengewalt die Antwort gewesen ist? Im offenen Brief wird darauf verwiesen, dass „der berechtigte Widerstand gegen einen Aggressor irgendwann in einem unerträglichen Missverhältnis“ zum menschlichen Leid der Zivilbevölkerung steht. Im Zweifel wird der Beitrag der deutschen Außenpolitik aktuell nur zu noch mehr Grauen führen.

Deeskalierend zu agieren wäre sinnvoller. Hilfsgüter zu versenden und diplomatische Wege zu suchen ist die zielorientiertere Variante – sofern ein friedlicher Weg angestrebt wird. Die Sanktionen gegenüber Russland und die damit verbundenen horrenden Energiepreise, sind ein spürbar zweischneidendes Schwert, welches kaum reiflich überdacht wurde. Gerade wirtschaftliche Beziehungen zeigen, dass friedensstiftende Dialoge ermöglicht werden. Bestes Beispiel ist China. Die EU treibt regen Handel mit dem Land der Mitte, obgleich unterschiedlichste Auffassungen bezüglich der Meinungsfreiheit, den Umgang mit Hongkong oder Tibet vorliegen. Nur im Dialog und wenn die Waffen schweigen, können Worte sinnstiftend gewählt werden.

Die Wortwahl im beruflichen Kontext

Auch im Berufsleben gibt es Momente, in denen im besten Fall um das beste Argument gerungen oder im schlimmsten Fall persönlich ausgeteilt wird. Eine achtsame und besonnene Wortwahl ist auch hier das A&O. Im Zweifel sehen Sie Ihren Gegenüber eben doch einmal mehr wieder. Dann ist es nur von Vorteil derjenige gewesen zu sein, der deeskalierend agierte. Wenn Worte im Dialog nichts mehr nützen, ist ein höflicher, doch bestimmter Abschied die geeignetste Wahl die Kommunikation zu beenden. Mit gewissem Abstand ist es dann auch meist ratsam sich in die Lage des anderen zu versetzen und seine Worte aus dessen Blickwinkel zu betrachten. Vielleicht wird das nächste Gespräch dann gleich angenehmer verlaufen. Die verbale Aufrüstung ist jedenfalls in der Regel eher ein Zeichen des drohenden Machtverlustes. Davon kann Merz zum Einschlafen vielleicht auch einmal ein Lied singen.

Die treffenden Worte wählen

Wenn Sie mit uns Ihre kommunikativen Fertigkeiten verbessern wollen, sei es im beruflichen oder privaten Umfeld oder Sie einfach ein individuelles Anliegen haben, kommen Sie gerne auf uns zu. Wir beraten Sie leidenschaftlich und ergebnisorientiert.

Ihnen ein schönes Wochenende!

Constantin Decker

Inhaber von CDC

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